Wie sich die Landschaft auf dem sonnigen Berg im Emmental verändert

Einleitung

Landschaften werden vom Menschen seit Jahrhunderten verändert und geprägt. Mit der stetig wachsenden Zahl der Einwohner wurden Regeln erforderlich, welche die Entwicklung in geordnete Bahnen lenkte. Der zu einem grossen Teil vom Mensch gemachte Klimawandel und seine Folgen (u.a. Starkniederschläge und Trockenheit) führen uns vor Augen, dass wir Menschen sorgsamer mit unserer Lebensgrundlage (Natur und Umwelt) umgehen sollten. Die nachfolgende Geschichte zeigt exemplarisch, dass dies in der Schweiz auch im Jahr 2026 noch nicht überall der Fall ist.

Die Veränderungen

Im Emmental gibt es einen sonnigen Berg. Dieser sonnige Berg befindet sich in der Nähe einer Ortschaft, in deren Umgebung viele Haseln wachsen. Diese Ortschaft ihrerseits liegt nahe bei einer Burg, welche sich mitten in einem Dorf befindet.
Auf diesem sonnigen Berg wurden zwischen dem 10.4.2026 und dem 17.4.2026 mit einem Bagger in einem Waldstück umfangreiche Arbeiten ausgeführt. Die Arbeiten dauerten deutlich länger als 606 Minuten. Dies obschon eine sorgfältige Planung vermutlich weggelassen und der benötigte Kies direkt vor Ort abgebaut wurde. Das betroffene Waldstück liegt in einem geplanten Landschaftsschongebiet (Vernehmlassung zum «Teilrichtplan Landschaft Emmental» läuft bis am 25.5.2026).
Die vorgenommenen Arbeiten dienen der zusätzlichen Erschliessung einer Weide. Diese Weide verfügt bereits einen Zugang von unterhalb, welcher während Jahren seinen Zweck erfüllt hat.

Impressionen aktuell

Nachfolgend ein paar Impressionen, von den Änderungen im oben erwähnten Waldstück.
Neuer, zusätzlicher Zugang zur Weide.
Neuer, zusätzlicher Zugang zur Weide.
Bisher wurden die Rinder von unterhalb auf die Weide links getrieben.
Am 10.4.2026 war von dem «Loch», der Nagelfluh und den Zäunen noch nichts zu sehen. Waldboden und Bäume prägten am 10.4.2026 wie Jahre zuvor das Bild zu 100%.
Mit viel Kies ausgebesserte Zufahrt und neuer Wendeplatz.
Mit viel Kies ausgebesserte Zufahrt und neuer Wendeplatz.
Ca. in der Bildmitte ist im Hintergrund ein Zaun und rechts davon eine Weide zu sehen. Es handelt sich um dieselbe Weide, welche mit dem neuen, zusätzlichen Zugang erschlossen wird. Weshalb es nicht möglich ist, die Rinder wie bisher von unterhalb oder beim oben erwähnten Zaun in die Weide zu treiben, ist uns nicht bekannt.
Mit viel Kies ausgebesserter Waldweg. Länge=300m. Breite=ca. 2.5m. Verdichtete Fläche=750 Quadratmeter.
Mit viel Kies ausgebesserter Waldweg. Länge=300m. Breite=ca. 2.5m. Verdichtete Fläche=750 Quadratmeter.
Auf dem stark verdichteten Waldweg versickert das Wasser schlechter als vorher. Zudem kann der Boden so weniger Wasser aufnehmen und speichern. Bei Starkregen und Trockenheit ist dieses Waldstück in Zukunft klar im Nachteil.

Impressionen ursprünglich

Nachfolgend ein erstes Foto, welches den Zustand vor den Arbeiten zeigt. Weitere werden folgen.
So sah der Waldweg auf dem sonnigen Berg am 25.10.2024 aus.
So sah der Waldweg auf dem sonnigen Berg am 25.10.2024 aus.

Betroffene Lebewesen

Betroffen von wie oben dokumentierten Veränderungen sind praktisch immer unscheinbare Lebewesen, ohne deren Wirken die Menschheit nicht überleben kann. Nachfolgend ein paar Beispiele, welche wir am Ort der oben dokumentierten Veränderungen dokumentieren konnten:
Wildbienen sind wichtige Bestäuber.
Wildbienen sind wichtige Bestäuber.
Zauneidechse, eine in der Schweiz geschützte Art.
Zauneidechse, eine in der Schweiz geschützte Art.

Unsere Gedanken

  • Wie lange die Erde für Menschen bewohnbar bleibt, hängt im Wesentlichen davon ab, wie die Menschen mit Natur und Umwelt umgehen.
    Dies bedeutet, dass heutige Generationen sorgsam mit Natur und Umwelt im Allgemeinen und mit noch einigermassen intakten Landschaften im Speziellen umgehen sollten.
  • Die besten Gesetze sind nutzlos, wenn sie nicht konsequent angewendet, umgesetzt und durchgesetzt werden.
    In der Schweiz leben wir in sehr grosser Freiheit. Die Gesetze legen die Leitplanken fest, innerhalb welcher sich alle bewegen sollten. Wer diese Leitplanken nicht respektiert und/oder durchsetzt, spielt mit der Freiheit aller.
  • Die Biodiversität ist nicht nur wegen dem Klimawandel unter Druck.
    Für die Biodiversität ist der Verlust von Lebensräumen eines der grössten Probleme (wenn nicht das grösste). Unweit der zusätzlichen Erschliessung der Weide konnten wir kürzlich am Waldrand eine Zauneidechse (= in der Schweiz geschützte Tierart) fotografisch dokumentieren.
    Durch die ausgeführten Arbeiten wurden gleich mehrere Lebensräume für Flora/Fauna arg ramponiert oder zerstört.
Eingefügt / Aktualisiert: 2.5.2026 / -